Wie finde ich einen guten Texter? Die Frage stellen sich - jedenfalls, wenn man in einschlägigen Gruppen bei Facebook & Co. mitliest – recht viele, die im Online Marketing tätig sind. Um nicht zu sagen: alle, die Websitetexte kaufen, Blogtexte kaufen, Landing Pages erstellen lassen... die Liste ist lang. Ich will nicht lügen: So ganz einfach ist das nicht. Aber hier möchte ich Dir 6 Tipps geben, wie Du Dir die Suche nach einem guten Texter leichter machen kannst.
Texte kaufen - Texter finden, Foto: ©Ann-Kristin Iwersen.

Moment mal… machst Du jetzt Werbung für AKIWERSUM?

Klar, ich kann jetzt auch sagen: Bestelle Deine Text einfach bei AKIWERSUM, dann wird alles gut. Und dann baue ich hier noch einen kleinen „Jetzt kaufen“-Button ein, fertig ist der Ratgeber. 😉

Nein. Natürlich freue ich mich, wenn Du bei uns Texte bestellst. Aber es gibt viele Textaufträge, die wir mit unserem aktuellen Themenportfolio nicht annehmen können oder die vielleicht aus anderen Gründen nicht zu uns passen.

Ich schreibe diesen Beitrag, weil ich selbst für AKIWERSUM nach Textern gesucht habe, mit denen ich mein Team verstärken kann. Darum weiß ich, wie schwierig das ist. Denn entweder arbeiten gute Texter selbst erfolgreich als Freelancer und haben nur ab und an Kapazitäten frei (das war nicht, was ich suchte), oder …nun ja… sie waren in der einen oder anderen Hinsicht defizitär. Und aus meinen Erfahrungen möchte ich ein paar Tipps ableiten, die ich Dir mit auf den Weg geben möchte.

#1 Mache einen anständigen Wortpreis.

Nein, nicht alle teuren Texter sind gut und nicht alle billigen Texter sind schlecht (warum kannst Du hier nachlesen). Aber mit einem anständigen Wortpreis erhöhst Du jedenfalls deutlich Deine Chancen, guten Content zu bekommen. Ein (wirklich) anständiger Preis beginnt bei 5 Cent. Wenn Du komplexere Projekte hast, z.B. Landing Pages solltest Du schon 15-25 Cent einkalkulieren. Manche nehmen auch noch deutlich mehr, und das hat durchaus seine Berechtigung, wenn zum Beispiel umfangreiche Recherchen nötig sind.

#2 Nutze Dein Netzwerk.

Selbst, wenn Du vielleicht eben gerade keine Texter in Deinem Netzwerk hast – vermutlich hast Du irgend jemanden, in Deinem Netzwerk, der auch schon einmal Texte kaufen musste. Frage also gezielt nach Textern, mit denen andere gute Erfahrungen gemacht haben. Oftmals findest Du so direkt den richtigen Texter für Dich. Falls nicht, kann aber der Texter Dir vielleicht einen Kollegen oder eine Kollegin weiterempfehlen. Die meisten Texter, so wie ich, haben ein Netzwerk an Textern, die beispielsweise Themen abdecken, die sie selbst inhouse nicht abdecken können.

#3 Crowdsourcing-Plattform? Kundenservice kontaktieren.

Falls Du über Dein Netzwerk nicht fündig geworden bist, kommst Du vielleicht auf die Idee, die Aufträge auf Crowdsourcing-Plattformen anzubieten. Vielleicht hast Du keine Lust, viel Zeit auf eine Suche bei Google zu verwenden und tausend Leute anzuschreiben. Im Prinzip ist das keine schlechte Idee. Entgegen der landläufigen Meinung arbeiten nämlich auch gute Texter bei Textbroker, Content & Co.

Nur: In dem riesigen Sandhaufen musst Du dieses Goldkörnchen erstmal finden. Zwar bieten die meisten Plattformen eine interne Suche an, aber dann schreibst Du die Leute genau so an, wie Du es auch nach einer Googlesuche tätest. Darum ist mein Tipp: Rufe direkt den Kundenservice der Plattform an, lasse Dir einen Autor empfehlen und erteile dem einen Direktauftrag. So bist Du einigermaßen auf der sicheren Seite. Aber Du bekommst es natürlich nicht für 2 Cent (s. Punkt #1).

#4 Lasse Dir mehrere Referenztexte schicken.

Nehmen wir an, Du hast Dich doch selbst auf die Suche begeben oder eine Empfehlung für einen Texter bekommen. Dann ist der nächste Schritt (außer bei Crowdsourcing-Plattformen), dass Du Dir Referenztexte schicken lässt. Referenztexte sind für die Beurteilung der Schreibqualität eines Texters wichtig.

Aber: Als Anfänger ist man oft abgeschreckt, wenn potentielle Auftraggeber eine umfassende Referenzliste mit Probeaufträgen haben wollen. Darum geht dann leicht mal die eine oder andere Perle an Dir vorbei. Anfänger sind nicht für jedes Projekt die richtige Wahl, klar, aber wenn es beispielsweise um Blogbeiträge, Kategorie- oder Produkttexte geht, kannst Du es auch ruhig mit einem Anfänger probieren.

Um keine jungen Talente abzuschrecken, mache ich das jetzt immer so: Ich schreibe gleich dazu, dass auch Einsteiger erwünscht sind und dass sie mir auch einfach irgendeinen nicht-fiktionalen Text schicken können. Ob das eine Uni-Seminararbeit oder eine Theaterrezension ist, ist eigentlich wurscht, um die grundsätzliche Eignung, das Schreibtalent festzustellen. Alles weitere wird sich dann zeigen, wenn sie den Probeauftrag schreiben.

Es ist auch wichtig, dass Du Dir mehrere Aufträge zusenden lässt – jedenfalls bei Profitextern, die schon umfangreiche Erfahrung haben und die Du für ein anspruchsvolles Projekt brauchst. Dann ist es nämlich interessant zu sehen, welche Texte sie auswählen, ob diese von ähnlicher Qualität sind – und wie sie die Textauswahl begründen, wenn sie das tun. Das gibt Dir Aufschluss darüber, wie vielseitig der Texter ist, ob er verstanden hat, worauf es Dir ankommt und eventuell sogar, ob er konstante Qualität liefert. Bekommst Du zwei Beiträge aus einem ähnlichen „Genre“, von denen der eine toll, der andere schrecklich ist, lass‘ lieber die Finger davon.

#5 Lasse Dir einen Probeauftrag erstellen.

Im nächsten Schritt lässt Du Dir einen Auftrag zur Probe erstellen. Dann siehst Du, wie gut der Texter Dein Briefing umsetzt. Klar – da kann es auch immer mal zu Missverständnissen kommen. Vielleicht ist auch Dein Briefing nicht optimal, oder Ihr habt irgendwie aneinander vorbeigeredet. Aber dann wird eine Korrekturschleife (s. auch Punkt #6) helfen, den Text nachzujustieren. Klappt das gar nicht, ist der Texter vermutlich nicht der richtige für Dich. Das heißt aber weder notwendigerweise, dass der Texter schlecht ist, noch, dass Du etwas falsch gemacht hast. Es heißt erstmal einfach nur, dass Ihr nicht so gut miteinander harmoniert.

#6 Übe konstruktive Kritik an dem Probeauftrag.

Okay, es sei denn, Du bist total geflasht, weil Du noch nie so einen guten Text gelesen hast. Aber vielleicht gefällt Dir der Text sogar ganz gut, aber es gibt die eine oder andere Kleinigkeit, auf die der Texter noch achten sollte. So könnt Ihr gemeinsam auch nochmal Missverständnisse ausräumen und die Zusammenarbeit „ruckelt sich zurecht“.

Wichtig: Sei positiv und konstruktiv in Deiner Kritik. Interessant für Dich ist auch, wie mit Deinem Feedback umgegangen wird. Ich persönlich finde es zum Beispiel gut (und mache das auch selbst so, wenn ich texte), wenn der Texter mir erklärt, warum er etwas so oder so geschrieben hat und das für korrekter, für unproblematisch oder was auch immer hielt. Als Auftraggeber verstehe ich so, wie der Texter denkt. Abgesehen davon, dass ich mich ja auch mal irren kann, hilft mir das auch zu verstehen, was ich nächstes Mal vielleicht anders erklären muss, damit es mehr meinen Vorstellungen entsprechend umgesetzt wird.

Fazit: Gute Texter finden ist kein Hexenwerk

…aber es erfordert Geduld. Mit diesen sechs Tipps findest Du vielleicht auch nicht auf Anhieb Dein „Goldstück“. Aber Du kannst den Zeitaufwand minimieren, der durch allzu viele Fehlversuche entsteht, da Du damit einfach mit relativ wenig Einsatz kräftig „aussiebst“ bzw. vorsortierst. Ich bin dazu übergegangen, für mein Inhouse-Team auf Neulinge im Texterbusiness zurückzugreifen und diese konsequent auszubilden. Natürlich nehme ich da nicht jeden, sondern eben Leute, die zeigen, dass sie ein gewisses Talent für die Sache mitbringen – am Rest wird dann gefeilt. Das kostet Zeit und Mühe, aber am Ende passt derjenige tatsächlich ins AKIWERSUM-Team. Vielleicht ist das auch eine Idee für Dich, wenn Du weißt, dass Du regelmäßig größere Mengen an Aufträgen zu vergeben hast, zum Beispiel, weil Du einen Shop hast und regelmäßig neue Produkttexte brauchst. Dann also: Glück auf bei Deiner Textersuche!